Sacklrutschen und Schlittenfahren in Rainbach Ost anno 1970.
Sacklrutschen
auf einem aufgeschnittenen Kunstdünger-Plastiksack oder auf der „Luxusversion“ derselbe Plastiksack gestopft mit Stroh oder Heu, gings den Hügel vor unserem Haus (Birngruber, Birkengasse 8) hinunter. Wir fuhren immer alle zugleich auf Kommando los und es war eine Fetzengaudi, wenn der Schnee spritzte und Karambolagen unvermeidlich waren.
Schlittenfahren
auf der Lichtenauer Straße in Rainbach war immer ein tolles Erlebnis, wenn frischer Schnee lag und noch kein Rollsplit gestreut war. Gestartet wurde auf Höhe „Gottliab-Leitner“ (Lichtenauer Straße 7). Es wurden alle, bis zu 4-5 Schlitten zusammengehängt. Nur am ersten Schlitten war der Steuermann, meist ein erfahrener Bub. Er lag am Schlitten bäuchlings und verhakte seine Beine mit dem Schlitten hinter ihm. Manchmal saß auch noch ein Kind auf seinem Rücken, um den Anpressdruck der Lenk-Kufen zu erhöhen. Ganz langsam setzte sich die Schlittenkette in Bewegung. Man konnte noch abspringen, nachschieben und wieder aufspringen. Spätestens beim „Stoaköna“ (Lichtenauer Straße 25) sollten alle gut sitzen, denn ab dort ging es rasend flott bergab mit viel Geschrei und Lachen, Richtung Bruckmühle. Vor der scharfen Linkskurve legte der Steuermann ein paar Bremsmanöver ein und die letzten Schlitten pendelten weit aus und bremsten insgesamt den ganzen Tross. Selten riss dabei eine Schlittenschnur, aber wenn doch, dann landeten einige Schlitten im weiten Bogen im Straßengraben. Nach der alten Feldaistbrücke wurde die Fahrt wieder langsamer und endete in der wieder ansteigenden Straße. Voller Begeisterung gingen wir den Weg zurück, sammelten verlorene Kinder, Mützen und eventuell Schlitten wieder ein und wiederholten das Abenteuer. Ernsthafte Verletzungen gab es dabei nie und entgegenkommende Autofahrer waren selten und winkten freundlich mit der erhobenen Faust. 😊