Leben im Bahnwächterhaus 719 in Summerau

Leben im Bahnwächterhaus 719 in Summerau.

Die Anregung, ich möge mich dem Thema widmen, kommt wohl nicht von ungefähr. Anregung und Fragestellung wurzeln wohl in meiner Abstammung. Meine Vorfahren bis zum Urgroßvater zurück waren Bahnwächter, letzterer noch bei der Pferdeeisenbahn. Da ich selbst in einem Wächterhaus geboren und aufgewachsen, 19jährig traditionsgemäß in den Eisenbahndienst eingetreten bin (4. Generation), mutet man mir etwas Sachkenntnis zu.
Wissend, dass Worte einschränken, kläglich und dürftig sind, versuche ich in freier Erzählform meine Erinnerungen, die ich dankbar meinen Eltern widme, niederzuschreiben. Die Lebensweise in einem Bahnwächterhaus wird naturgemäß mehr oder weniger von der Bahn und vom Bahnbetrieb beeinflusst. Neben Schranken aufgewachsen lernten wir, meine zahlreichen Geschwister und ich, frühzeitig Notwendigkeit und Sinn von Schranken auch im Leben zu erkennen.

So lebte man im Wächterhaus

Das Wächterhaus 719 mit der Ortsnummer Summerau 75 wurde meinem Vater, der den ca. 60 m entfernten Schrankenposten innehatte, rechtens "Zu Nutz und Pflicht" im Jahr 1929 zugesprochen. Er diente auf diesem Schrankenposten bis zu seiner Pensionierung 1946 und wohnte im Wächterhaus bis zu seinem Lebensende 1972.

Das Wächterhaus 719 befindet sich 600 m südlich vom Bahnhof Summerau westseits der Bahn. Die Wächterhütte befand sich ca. 60 m weiter südlich, aber ostseits der Bahn, an einem schienengleichen Bahnübergang zwischen Vor- und Einfahrsignal und zwei tiefen, langgekrümmten Einschnitten bei einer Steigung von 12 Promille. Es waren drei Bahnschranken zu bedienen. Der unmittelbar vor der Wächterhütte gelegene Übergang - auch Übersetz genannt - war verhältnismäßig stark von Mensch und Vieh frequentiert. Hier führte die Zulissen und Eibenstein mit Summerau verbindende Gemeindestraße über die Bahn; richtiger ausgedrückt waren es Wege, mit den heutigen Straßen nicht vergleichbar. Das erste Drittel des Weges nach Zulissen wurde stets als "Viehtrieb" bezeichnet. Dieser Übergang wurde ursprünglich mittels Handschranken, ab 1938 mechanisch gesichert. Die anderen zwei in südlicher Richtung waren Wirtschaftswege (Schwarzhansl-Schranken und Froscherbauer-Übersetz) und wurden von Anfang an durch mechanisch fernbediente Schranken gesichert.

Die Gegend links und rechts der Bahn und ihr entlang war sowohl vom Wächterhaus als auch von der Wächterhütte aus weithin einsehbar und überschaubar. Die geringe Entfernung vom Wächterhaus zur Wächterhütte gewährte uns Kindern die Diensttuenden, also Vater oder seine Kollegen, bei der Ausübung ihres Dienstes zu beobachten. Umgekehrt konnten auch sie stets unser manchmal Ärger erregendes Treiben mißbilligend verfolgen. Scharfer Tadel, je nach Schwere des Vergehens auch Strafe, ließen nicht lange auf sich warten. So zum Beispiel, wenn wir uns zu nahe an den Bahnkörper wagten oder diesen gar betraten. Das Betreten war uns wie jedem Bahnfremden strengstens verboten. Das durfte man nur in Ausnahmefällen und in der Obhut eines Bahnbediensteten, zumeist des Vaters. Verstieß man gegen dieses Verbot, gab's keinen Pardon. Auch gegen Bahnfremde nicht, ja noch weniger. Sie wurden getadelt, belehrt und im Wiederholungsfalle den Dienstanweisungen entsprechend behandelt. Diese Ahndung erfolgte nicht nur auf Grund der Pflichten des Wächters, sondern auch aus großer Sorge um Gesundheit und Leben aller ihnen Anvertrauten. Wohl zu oft wurden Gefahren unterschätzt und dadurch die Wächter in eine missliche Lage gebracht. Bei Personenschaden oder Sachschaden nützte das größte Wohlwollen, das die Wächter den Passanten zollten, nichts. Die Folgen mussten getragen, die Missetäter erzogen werden.

Der Neubau des Hauses 719

Im Jahre 1941 riss die Deutsche Reichsbahn einen Teil des Originalhauses ab und begann mit dem Bau eines neuen. Der Rest des alten Hauses wurde nach Fertigstellung 1942 geschleift. Der Stil des neuen war ungewohnt. Es wurde fast zur Gänze unterkellert. Vier Räume inklusive Dienstraum und ein Luftschutzkeller mit einer unglaublich massiven, stahlbewehrten Betondecke fanden Platz. Das Paradoxe daran: Luftschutzkeller, obwohl kurz vorher Generalfeldmarschall Hermann Göring, Höchstverantwortlicher der deutschen Luftwaffe, dem ganzen deutschen Volk garantiert hatte, es werde kein einziges feindliches Flugzeug über deutsches Gebiet gelangen, wenn, so wolle er Maier heißen. Das Vertrauen in diese Garantie war also nicht besonders groß. Das Wesentliche am neuen Haus: Die Wohnfläche wurde um einen Raum erweitert, und der Dienstraum für den Schrankenwärter im Haus integriert. Nach der Fertigstellung brauchte Vater nur um die Ecke gehen, und schon war er im Dienst. Allen Wächtern, die hier Dienst taten, wäre es lieber gewesen, wenn sie in der Diensthütte verbleiben hätten können. Denn dort hatten sie eine bessere Übersicht und mehr Kontakt mit den Passanten.

Die Unannehmlichkeiten während der Bauzeit nahmen wir gerne auf uns. Einige Kinder mussten auswärts schlafen gehen, bestand doch die Aussicht auf mehr Wohnraum und andere Vorteile: Klo im Haus, zwei Kellerräume, Waschküche im Keller, der Stall aus Ziegeln und größer gebaut als der alte und ein größeres Vorhaus. Vorgesehen waren auch zwei Mansardenzimmer, die aber wegen der Kriegslasten nicht ausgebaut wurden.

Unsere Erziehung

Weiteren Erinnerungen sei vorangestellt: Von meinen Eltern wurde unausgesprochen, aber praxisbezogen nach dem Grundsatz "Kleine Ursache - große Wirkung" auf vier Dinge streng geachtet: Disziplin, Hygiene, soziales Verhalten und Verantwortungsbewusstsein. Diese Begriffe gewinnen wohl auch im Allgemeinen umso mehr an Bedeutung, je größer eine Gemeinschaft ist. In ihnen liegt eigentlich schon die Antwort auf die gestellte Frage: "Wie war das Leben von Großfamilien in einem Wächterhaus möglich?" - Dadurch, dass oder weil jeder einzelne sein Tun und Lassen danach auszurichten, gegebenenfalls zu korrigieren hatte; indem uns die Eltern vorgelebt haben, dass nur Verzicht und Opfer eine Gemeinschaft am Leben erhalten. So gaben sie uns fürs Leben ein wertvolles Rüstzeug mit, das wir heute noch zu schätzen und zu danken wissen. Die Tragweite einer solchen vorgelebten Lebensphilosophie konnten wir Kinder nicht erkennen, geschweige denn ermessen, wohl aber ihre Wirkung nach und nach verspüren. Aus dem Bemühen des einzelnen, sich in diesen vier Punkten zu üben, wurde tragbar, was manch Außenstehendem untragbar erscheinen mochte, erscheinen mag. Die vorgelebte Verzicht- und Opferbereitschaft meiner Eltern blieb nicht auf die Familie allein beschränkt, blieb nicht verborgen, sondern wurde vielen Außenstehenden, besonders in den Nachkriegswirren, offenbar.

Unsere Eltern legten Wert darauf, dass wir schon von Jugend auf durch Selbsterfahrung die eigentliche Nährmutter der Menschheit, die Landwirtschaft, kennenlernten. Vater pflegte oft zu sagen: "Sie sollen wissen, von wo das Brot herkommt." So "genossen" wir dann ab dem Hauptschulalter in den Ferien, der eine mehr, der andere weniger Anschauungsunterricht bei einem Bauern als Hüterbub (Mädchen für alles).

Bedenkt man, dass die Eltern uns allen den Besuch der Bürgerschule (heute Hauptschule) in Freistadt zu einer Zeit, als noch Schulgeld zu zahlen war, unter persönlichem Verzicht und Opfer ermöglichten, dann ist wohl verständlich, dass wir selbst auch ein bißchen beizutragen hatten. So lernten wir auch die Sorgen und Nöte der hart arbeitenden Bauern und ihrer Dienstboten kennen und würdigen. Der Weg zur Volksschule nach Rainbach führte uns abwechselnd über das Dorf oder den Bahnhof. Im Jugendalter pflegten wir stets Kontakt mit beiden Seiten. In einer Zeit, in der sozial- und kulturpolitische Meinungen hart aufeinanderprallten - Bahnhof politisch links, Dorf politisch rechts -, lernten wir, ohne dass uns die Eltern politisch beeinflusst hätten, dass verhärtete Standpunkte und Rechthaberei die Menschen nicht zueinander, sondern auseinander brachten und bringen.

Abwechslungsreiche Freizeit

Wir Kinder und andere Wächterskinder verbrachten unsere Freizeit überwiegend im Freien. Das war ja schon durch den knappen Wohnraum bedingt. Wir erinnern uns heute noch gerne an "Dienstleistungen", bei denen wir mithelfen durften. Das war beim Löschen von Bränden sehr oft der Fall. In heißen und trockenen Jahreszeiten häuften sich solche "Löscheinsätze". Wenn der Ruf "Da Zug hot anzundn!" ertönte, waren es zumeist wir, die Kinder der Bahnwächter, die als erste mit Schaufeln und querbestielten Brettern ausgerüstet am Brandort (Gstätten = Böschung) ankamen, um das rasch um sich "fressende" Feuer zu löschen. Solche "Heldentaten" steigerten unser Selbstbewusstsein. Wir wussten: je mehr das Feuer frisst, umso weniger haben die Ziegen, in unserem Fall die Ziege und die Kuh.
Zu Böschungen hatten wir ein gar enges Verhältnis. Zur Winterszeit war es lustvoll, dort überhängende Schneewächten zu zerstören oder in diesen eine Weile zu verschwinden, um sich suchen zu lassen. Feldhasen, auch Rehe und Rebhühner suchten hier Schutz vor der eisigen Kälte und nach Äsung. Dabei fand manches Tier unter den Rädern eines Zuges den Tod. Vom Vater oder seinen Kollegen pflichtgemäß geborgen, landeten sie einige Tage später gebeizt und wohl zubereitet auf unserem Mittagstisch. Natürlich mit Zustimmung des zuständigen Jägers.

Zur Zeit der Schneeschmelze oder nach Wolkenbrüchen machte uns das "Wasserkehren" (Ableiten) großen Spaß. Das Ableiten bestand hauptsächlich im Herausfischen des in den Bächlein und Gräben mitgeschwemmten Zeugs. Es hätte in den Durchlässen einen Stau verursachen können. Das Plätschern und Glucksen des schäumenden Wassers war für uns Musik in den Ohren. Schnell gebastelte Schifflein ließen wir von ihm hurtig treiben; so ermittelten wir die Fließgeschwindigkeit des Wassers. Die Älteren von uns wussten schon zu erzählen, wohin das Wasser seinen Weg nimmt: Bahngraben, Froscherbach, Kettenbach, Stegermühlbach, Moldau und Elbe in die Nordsee. Das Wasser vom südlichen Streckenabschnitt: Bahngraben, Reindlbach, Jaunitzbach, Feldaist, Aist und Donau ins Schwarze Meer. - Wo das Schwarze Meer, wo die Nordsee? - Die Älteren verstanden schon, nicht ganz ohne Stolz, uns, die Jüngeren, die noch wenig Wissenden, über die große Wasserscheide zwischen Nord und Süd zu belehren. So wurde aus Spiel unbewusstes Lernen.

Zwischen Gräsern und Blumen ließ sich so manches fremdländische Gewächs entdecken. Unser Wissen reichte nicht, Art und Herkunft zu bestimmen. Mit Vaters Hilfe war es möglich. Er schöpfte aus seiner Erfahrung vom Zugbegleitdienst her. Er wusste von allen Gütern, die mit der Bahn transportiert wurden; er wusste zu erklären, wie manche Samen vom Zug aus verstreut wurden. Im Sommer war es stets ein Vergnügen, sich in den gutgewärmten, windgeschützten Böschungen ins Gras zu kuscheln, um wachend zu träumen oder Grillen aus ihren Gängen zu kitzeln. Es war schön, ihrem Gezirpe, ebenso dem abendlichen Froschkonzert aus der nahen Au zu lauschen. Vorbeifahrende Züge mit den verschiedensten Wagen und ihren Anschriften beflügelten unsere Phantasie. Nachbarskinder gesellten sich gerne zu uns zum lustigen Spiel. 15 Kinder vor dem Haus waren zum Erstaunen des Zugpersonals und der Reisenden keine Seltenheit.

Eine kleine Wirtschaft

Weniger Vergnügen war es, den Böschungen das Futter für Ziege und Kuh abzuringen. Wahrlich, im Schweiße ihres Angesichts mähten hier Vater und Mutter, vor jedem Sensenhieb haltsuchend, zweimal jährlich diese Böschung. Das Bergen des Grünfutters, Heus und Grummets (zweite Mahd) und der Heimtransport mit dem "Tragatsch" (Radlbock), dem einzigen Transportmittel, waren ebenso mühevoll. Der Aufwand an Zeit und Kraft stand in keinem Verhältnis zum Ertrag. Meine Eltern hatten nicht wie üblich drei Ziegen "Eisenbahnerkühe", sondern eine Kuh im Stall. Ihr wurde der Vorzug gegeben, weil sie, wie Vater immer sagte, auch nicht mehr frißt als drei Ziegen. Während der Zeit, in der die Kuh trockengestellt war und wir ohne Milch gewesen wären, wurde ihr eine Ziege zugesellt. Den zwei Schweinen, mit denen der Viehbestand schon aufgezählt ist, schmeckte die Ziegenmilch besser als uns Kindern. Obwohl, wo es nur möglich war, kleine Äcker für Zusatzfutter wie "Burgunder" und Kohlrüben, Kartoffeln und Karotten angelegt wurden, reichte das Futter nicht für vier Tiere. Ein Kartoffelacker musste von einem Bauern zugepachtet werden; zugepachtet, weil für das Haus als auch für den Bahngrund Pachtzins zu entrichten war. Der Zins für den Erdäpfelacker musste ortsüblich, für alle "Häuslleute" gleich, abgearbeitet werden.
Das Heu, mit etwas Stroh vermischt, wurde mittels Futterstock von Hand zu "Gsod" geschnitten. Die anfallende Jauche, ausgefahren auf dem Tragatsch, verhalf dem Grünfutter zu schnellerem Wuchs. Der Stallmist wurde auf die Äcker gefahren. All die Arbeit, auch die auf den Äckern, mußte von Hand aus verrichtet werden. Wir Kinder wurden angehalten mitzuhelfen, wurden aber nie überfordert. Unseren Eltern war am Lernen und Lernerfolg mehr gelegen als an irgendeiner Mithilfe. Oft, ja sehr oft, wurden die hart arbeitenden Wächtersleut bedauert, bemitleidet und belächelt, - zur Kriegs- und Nachkriegszeit aber beneidet; allerdings nur um der Nahrungsmittel willen. Die wenigsten wussten, dass die erwirtschafteten Nahrungsmittel bei der amtlichen Rationierung und Lebensmittelzuteilung mit eingerechnet wurden.

Wohnen auf engem Raum

Die Wohnfläche der Wächterhäuser war für Kleinfamilien bemessen. War eine Familie zur Großfamilie angewachsen, wurde "Einschränkung" zum Gebot. Die Wohnküche war zu klein, um einen großen Tisch aufstellen zu können, an dem alle Platz gefunden hätten. Deshalb wurde in zwei Gruppen entweder hintereinander oder nebeneinander an einem Nottischlein gegessen. Genau so wurden Schulaufgaben oder Spiele gemacht. Im Schlafzimmer standen vier Betten. Zuwenig für acht Personen. Der Not gehorchend wurden zur Nacht zwei Garnituren Matratzen auf dem Fußboden aufgelegt und morgens übereinander aufgestapelt; Decken und Tuchenten wurden in die Betten gelegt. So hatte jeder seine Schlafstelle zu zweit. Die in den Betten hatten auf den Strohsäcken das weichere Liegen. Blieb Besuch über Nacht, durften wir, meist die Älteren, in der Heuhütte im Heu oder Stroh schlafen, da eben, wo es einem beliebte. Das war romantisch, und hier wurden wir nicht zur Ruhe gemahnt oder gedrängt; zudem konnte man hier seine Furchtlosigkeit demonstrieren. Am Wochenende wurde in Reihenfolge gebadet; dazu diente ein großes Holzschaff. Es genügte, um rein zu werden.

Die Mutter war immer die erste aus den Federn. In der Regel um fünf Uhr früh, im Sommer noch früher. Mit dem Einheizen und Frühstückssuppe (Rahm- oder Buttermilchsuppe) kochen, begann ihr arbeitsreicher und sorgenvoller Tag. Für die Jause der Schüler und der schon in Berufsausbildung Stehenden wurde meist ein ganzer Laib Brot aufgeschnitten. Nachher stellte sie die Waschschüssel mit Wasser für die Morgentoilette bereit. Rief sie uns dann zum Aufstehen - wecken brauchte sie uns selten, denn das besorgten die Morgenzüge -, glich die Wohnung alsbald einem Bienenhaus. Wenn das Wetter nicht gar zu kalt war, entzog man sich dem Gedränge bei der Waschschüssel und eilte zum Brunnen. Streng geachtet haben meine Eltern auf das gemeinsame Verrichten des Morgengebetes.
Waren wir Kinder versorgt, gewandet und zum Guten gemahnt, unsere Ausgehfähigkeit zumeist vom Vater überprüft, ausgeflogen, harrte der Mutter die Stallarbeit. Schwein, Ziege und Kuh begehrten grunzend, meckernd und brüllend ihr Futter. Erst nach dem Melken von Kuh und Ziege gönnten sich die Eltern gemeinsam, so Vater dienstfrei war, ein kleines Frühstück. War Vater im Dienst, wurde ihm das Essen nachgetragen. Das "Essentragen" war, wenn wir zu Hause waren, in der Regel uns Kindern aufgetragen. Das war bei den meisten Eisenbahnern so üblich. Das bot uns immer Gelegenheit - oft durften wir länger verweilen -, die Wächterhütte in allem zu inspizieren.

Waren wir ausgeschwärmt, setzte Mutter unermüdlich ihre Arbeit fort bis in die späte Nacht hinein. Mit Haus-, Feld- und Stallarbeit, mit der Reinigung von Wäsche und Kleidung, Besorgungen, Einkäufen, Stopfen oder Stricken von Strümpfen und Socken, mit Flicken zerrissener Hosen war ihr 18stündiger Arbeitstag reichlich ausgefüllt.

Summerau
1930-1939
Fotos
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Bahnwächterhaus 719 der Familie Kralik vor dem zweiten Weltkrieg - Bildleihgeber: Ignaz Kralik
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Neubau des Bahnwächterhauses 719 (knapp vor der Fertigstellung im Jahr 1943) - Bildleihgeber: Ignaz Kralik
Verfasser

Ignaz Kralik, seinerzeit Summerau Mitte 42, 4261 Rainbach i. M.

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