Holzschuhe machen

Holzschuhe machen.

Wenn der Vater im Winter arbeitslos war, hatte er wochenlang Arbeit mit dem Anfertigen von Holzschuhen.

Das war immer eine interessante Arbeit. Meist stand die „Hoanzlgoas“, das wichtigste Gerät dazu, in der warmen Stube. Sie wurde auch Hoanzlbank genannt! Irgendwie hatte das ganze Gerät die Form einer Geiß. Es war eine Bank mit einem Klemmkopf, der wie ein Geißkopf aussah. Diesen konnte man mit den Füßen hebelartig bewegen und das Holzstück damit festhalten. Dann benötigte er noch ein Reifmesser, Nägel, Hammer, eine Beißzange und Holz!

Die Holzstücke wurden vorher so zugeschnitten, wie groß die Schuhe werden sollten. Aus den Holzstücken stellte er die Schuhsohlen her. Das war die interessanteste Arbeit, wenn das Holzstück die richtige Form bekam.

Vater stellte Holzschuhe und Holzbundschuhe her. Die Holzschuhe hatten die Form eines „Schlapfens“ mit einer hohen Holzsohle. Die Holzbundschuhe waren richtige Lederschuhe (meist von alten Schuhen) mit der dicken Holzsohle. Die Holzschuhe waren für den „Hausgebrauch“, die Holzbundschuhe wurden auch auswärts getragen, z.B. auf dem Schulweg.

Im Sommer gingen wir aber meist barfuß in die Schule, eigentlich den ganzen Tag. Sogar bei der Arbeit, auch auf dem Stoppelfeld, waren wir meist barfuß.

Rainbach i. M.
1950-1959
Verfasser

Gottfried Payr (+2025), ehemaliger Lehrer im Marianum Freistadt, aufgewachsen in Rainbach Summerauer Straße 28

Info

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