Alte Flurnamen beim Dorf Summerau

Alte Flurnamen beim Dorf Summerau.

Schon seit je her wurden Gebiete und Fluren mit Namen benannt. Hier diese, großteils noch heute gebräuchlichen, Namen der Ortschaft Summerau. Ein Teil dieser Bezeichnungen ist bereits seit 1824 bis 1830 in der Urmappe angeführt. Und ein Teil auch noch heute in der Österreichischen Grundkarte benannt.

Der Anger – ein kleines Gebiet zwischen der Straße in den Oberort und Hauptstraße nach Rainbach, östlich der Kapl Kurve. Seit 2013 eigens benannter Ortsteil mit Postadresse.

Die Au – bereits in der Urmappe eingetragen, der Nordhang hinter den Häusern, hinunter zum Bahnhof. Beginnt bei der Straße im Unterort und endet beim Geierhügel. In der Senke durchquert der Froscherbach die Au.

Der Auer Berg – der Osthang vom Oberort Richtung Rainbach, hinunter in die Senke der Kranklau. Der Name Auerberg kommt vom seinerzeitigen oberhalb stehenden, alten Auergut Summerau Nr. 56. (1)

Die Alte Bahn – ist in Summerau der Begriff für Reste der Trasse der einstigen Pferdeeisenbahn. Egal ob als Weg, wie am Fuß der Bühin verlaufend, oder nur noch in der Landschaft als Damm oder Einschnitt ersichtlich.

Das Baiernazn Bühel - ein separat stehendes Bühel in der Mitterbühin, westlich der Senke mit den „Schneiderbauer“ Fischteichen. Der Name kommt davon, dass ein Großteil dieses Bühels Baiernazn“ (Rudlstorfer) Grund ist.

Der Berg – die Bühel am Hang zum Birauberg.

Die Birau - in der Österreichischen Grundkarte eingetragenes, großteils zusammen hängendes, Waldgebiet nördlich von Summerau. Im Westen von der Zulisserstraße, im Norden bis zu den Hörschläger Gründen und im Osten bis zur Straße von Rainbach nach Hörschlag. Schon in der Urmappe, jedoch als „Pirau“ eingetragen, ging der östlichste Teil noch nicht bis zur Straße nach Hörschlag, sondern nur bis zum „Milchsteig“ von Hörschlag nach Rainbach. Und der östliche Waldteil ist in der Urmappe als „Bierau“ separat benannt. Heute wird der zugehörige Summerauer Ortsteil mit Postadresse Pirau benannt.

Der Birauberg – sind die zur Birau ansteigenden Gründe der Mitterwies und des Mitterfeldes, im Norden vom Bahnhof Summerau. In der Urmappe noch als „Pirauberg“ und in der Österreichischen Grundkarte als Birauberg angeführt, ist hier, mit etwa 735 Meter über Meer, die höchste Erhebung von Summerau. Und der Bergrücken, bevor das Gelände wieder Richtung Hörschlag abfällt, wird der der Sattel genannt.

Das Bruckfeld – bereits in der Urmappe eingetragene Außengründe am Osthang von Eibenstein, hinunter zum Froscherbach und vom Bach wieder hinauf bis zum Weg ins Gmoaholz und zur Zulisserstraße.

Die Bühin – der südlich der Eisenbahngeleise an das Grabi anschließende Nordhang. Ihre zwei durchgängigen Waldflächen grenzen oben auf der Anhöhe auch an die Grundstücke der Nachbarorte Freudenthal und Vierhöf an. Die Bühin hat auf halber Hanghöhe zwei separat stehende kleine Waldstücke, das Schwarzhansl Bühel und das Baiernazn Bühel. Der Name könnte sich davon ableiten, dass die Bühin kein zusammenhängendes Waldgebiet ist, sondern aus mehreren Einzelwaldstücken besteht und einige davon kleinere Bühel sind.

Die Untere Bühin - die östliche der zwei Waldflächen. Geht vom „Semmelbauer Hof“, entlang der Bahnlinie, bis zur Senke mit den „Schneiderbauer“ Fischteichen.

Die Mitterbühin – schließt im Westen an die untere Bühin an und endet im Osten beim Schwarzhansl Bühel. Sie reicht bis halbe Hanghöhe hinauf und geht hier in die obere Bühin über.

Die Obere Bühin – grenzt im Süden, oben auf der Anhöhe, an die Mitterbühin an. Sie überschneidet sich im Osten mit der unteren Bühin und endet im Westen ebenfalls auf Höhe Schwarzhansl Bühel, bzw. beim Sumpf, dem Ursprung des Jaunitzbaches.

Der Dolbsgraben – der Einschnitt hinauf zum Sellterl, zur Birau und nach Zulissen. In den 1960er Jahren errichteten angrenzende Bauern am Rand des Grabens einen Gemeinschaftsweg, den Dolbsgrabenweg. Ende der 1990er Jahre wurde der Dolbsgraben als Bauschuttdeponie verfüllt und anschließend zu einer Nutzwiese eingeebnet.

Die Froscher – ist vereinzelt auch Froschau genannt, die Senke zwischen Eibenstein und Summerau. Vor der Grundausdrainagierung waren hier großteils nasse, sumpfige Gründe. Seit 2013 ein eigens benannter Ortsteil von Summerau mit Postadresse.

Das Froscherbühel – ein alleine stehendes Bühel in der Froscher, früher Ort für einen der Scherbenhaufen für die Dorfbewohner. Ein großer Teil davon ist noch heute Gemeinschaftswald der 43 Bauern der Ortsgemeinschaft Summerau.

Die Froschleitn - bereits in der Urmappe eingetragen, der Anstieg von der Froschersenke zum Grünmoos und in die Scheiben. Eine nur noch selten gebräuchliche Bezeichnung.

Der Geierhügel - in der Urmappe bereits als „Geyerhübel“ eingetragen. Eine kleine Anhöhe am östlichen Ausläufer der Au. Früher wild bewachsen und der Scherbenhaufen für Teile des Dorfes und für den Bahnhof. Heute, als eingeebnete landwirtschaftliche Nutzfläche, nur noch schwer erkennbar.

Das Gfolscherl – ist der Wald nördlich hinter dem Ziegelofen. Dieser Begriff aus der Urmappe ist heute nicht mehr gebräuchlich.

Das Gmoaholz – einst als Außengrund eine der Gemeinschaftswaldungen der Dorfgemeinschaft, nordwestlich im Anschluss an das Bruckfeld. Heute aufgeteilt auf die 43 Bauern der Ortsgemeinschaft.

Das Grabi – der Hang in die Senke des Jaunitzbaches, südlich zwischen Dorf und den Eisenbahngeleisen Richtung Freistadt. Das Grabi, von manchen auch Leitn genannt, beginnt im Westen bei der ehemaligen Schwarzhansl Übersetz und endet im Osten etwa bei der Fossenbaun Marter. Die Südhänge des Grabi sind im östlichen Teil durchwegs steil und oft karg. Eine Benennung, die vom Wort Graben abgeleitet sein könnte.

Die Granckl – in der Urmappe aufscheinend, heute nicht mehr gebräuchlich, die heutige Schober Lichtung.

Das Grünmoos – das große, teilweise steil ansteigende, Waldgebiet zwischen Summerau und Schwarzenbach. Die hier durchlaufende steile Straße wird der Grünmooserberg genannt. Grünmoos ist seit 2013 ein eigener Ortsteil von Summerau mit Postadresse.

Das Hoiner Grabi – der Teil des Grabi, gleich südlich, hinter dem „Hoinerhaus“ (Jagsch).

Das Hoiner Bühel – ein separat stehendes Waldstück im Süden, in der Senke des Jaunitzbaches. Es schließt direkt an die Eisenbahntrasse nach Freistadt an. Der Name könnte darauf basieren, dass ein Teil des Bühels auf Hausgrund des „Hoinerhauses“ steht.

Die Kapl Kurve – Kurve und Kreuzung der Landesstraße durch Summerau, im Bereich des Kapl Hauses.

Die Kranklau – kommt zweimal vor. Die heute noch bekannte Kranklau, die Niederung zwischen Summerau und Rainbach, wie sie auch in der Österreichischen Grundkarte eingetragen ist. Und die zweite Kranklau, wie sie nur in der Urmappe aufscheint, die Niederung beim östlichen Ausläufer des Pirauwaldes, weit nördlich vom „Scherbgut“ (Blöchl), etwa im Bereich der Pferdebahntrasse. Diese zweite Benennung Kranklau ist heute nicht mehr gebräuchlich.

Das Kreuzfeld – bereits in der Urmappe angeführt. Die Gründe zwischen Straße nach Rainbach und Straße im Oberort, bis zum Hangabfall in die Kranklau.

Das Leithenfeld – das Leithenfeld sind die Gründe im Westen der Mitterbühin, von der Eisenbahntrasse hinauf zu den Waldbüheln. Ein bereits in der Urmappe angeführter Flurname.

Die Mitterwies, beziehungsweise das Mitterfeld – als Mitterfeld bereits in der Urmappe eingetragene Wiesen und Felder nördlich vom Bahnhof Summerau, hin zu den Hängen des Birauberg. Im Westen ab der Zulisserstraße und im Osten bis zu den Gründen der Rainbacher.

Der Obergrund – eine spätere Bezeichnung eines kleinen Teisl des „Mitterfeldes“, direkt nördlich vom Bahnhofsgebäude, westlich vom Bauern Sandner. Gemeint sind damit die zweiten, westlichen Grundstreifen einiger Bauern aus dem Unterort.

Der Pfeifergraben – eine Senke auf halber Höhe zwischen der Reith und der Anhöhe des Grünmoos. Der Pfeifergraben war bereits in der Urmappe vermerkt.

Der Pötscher Wald – der westliche Ausläufer der unteren Bühin. Das Waldstück liegt östlich der Senke mit den „Schneiderbauer Fischteichen“, auf Höhe der Mitterbühin.

Der Puchbühl – der Hang des Zulisserberges von der Viehtrieb aus ansteigend. Eine bereits in der Urmappe eingetragene Bezeichnung.

Der Reith – auch bereits in der Urmappe angeführt, die Gründe südlich der Bahnlinie, bei der ehemaligen „alten Eisenbahnbrücke“ auf der Straße nach Schwarzenbach. Reith leitet sich vom Wort „reuten“ (roden, abholzen, urbar machen) ab. (2)

Die Scheiben – in der Österreichischen Grundkarte bei Summerau zweimal angeführt. Einmal im Gebiet westlich vom Grünmoos, südlich der Straße nach Eibenstein. Die Häuser der Scheiben gehörten bis nach 2010 zur Ortschaft Summerau und sind jetzt Eibenstein zugeordnet. Der zweiter Karteneintrag zeigt eine Scheiben südlich der heutigen Pirausiedlung, zum Bahnhof hin. Der Name Scheiben ist gebräuchlich für Fluren oder Häuser, bei denen einige Wege zusammen und wieder wegführen. (84.2) Heute spricht man nur noch von der „Scheiben“ bei Eibenstein.

Der Steinbock – schon in der Urmappe angeführt, der Hang südlich vom „Fossenbaun“ (Piringer). Der östliche Anschluß an das Grabi.

Sand – Ortsteil zwischen Alter Bahn und Eisenbahn und zwischen ehemaliger Eisenbahnbrücke und ehemaliger Schwarzhansl Übersetz. Seit 2013 eigens benannter Ortsteil von Summerau mit Postadresse.

Der Schmied Berg – der Hang vom „Fossenbaun“ Graben hinauf zum „Schigl“.

Das Schwarzhansl Bühel – ein alleinstehendes Waldstück am westlichen Ausläufer der Mitterbühin. Namensgebung, da ein Teil dieses Bühels „Schwarzhansl“ Grund ist.

Der Sedlacek Berg – der Weganstieg, von Labach kommend, vom Tal des Rainbach hinauf in den Oberort von Summerau.

Das Sellterl – die Anhöhe oberhalb des Dolbsgraben, oben beim Birauberg. Ist bereits in der Urmappe angeführt, heute weniger gebräuchlich.

Der Sumpf – eine feuchte Niederung, südlich des Schwarzhansl Bühel, am westlichen Ausläufer des Hanges der Bühin. Das Ursprungsgebiet des Jaunitzbaches.

Der Tiefenweg – der ehemalige Einschnitt der Straße nach Rainbach, auf dem Hang in die Kranklau hinunter. Damals noch mit der Straßenführung hinunter zum Rainbach. Seit Umlegung der Straße nicht mehr gebräuchlich.

Das Unterfeld – in der Urmappe bereits eingetragen. Im Oberort der Südhang hinunter zum Rainbach, im Anschluss an das östliche Grabi.

Die Viehtrieb – der Grundstreifen links und rechts der Zulisserstraße, von der Eisenbahn bis zum Zulisserberg. Einst Ortschaftsgrund, auf welchen der Dorfhirte das Vieh der Bauern auf die Gemeinschaftsweiden trieb.

Das Viereckl Bühel – ein alleine stehendes Bühel nördlich der Bahnlinie, großteils auf „Viereckl“ Grund.

Der Ziegelofen – die Gründe nördlich des östlichen Bahnhofendes. Von 1947 bis 1953 wurde hier ein gemeindeeigener Ziegelofen betrieben. Seitdem wird dieses Areal „beim Ziegelofen“ genannt. (54)

Das Zitterl – der schon in der Urmappe angeführte Bereich der Häuser, bei der Straßenkreuzung nach Zulissen, bis hin zu den ersten Häusern im Unterort. Eine heute kaum noch gebräuchliche Benennung.

Quellen:
Viele Flurbezeichnungen nach Gesprächen mit Dorfbewohnern in den Jahren 2022 u. 2023
(1) Erzählung Franz Apfolter - 2020
(2) Buch Chronik Weinort Reith – Dorferneuerungsverein 3553 Reith
(54) 2. Heimatbuch Marktgemeinde Rainbach i. M.
(84.2) Doris – Hofnamen und Häusergeschichte - O.Ö. Landesarchiv

Summerau
früher
Fotos
1-karte-1-summerau-nord.jpg
2-karte-2-summerau-sud.jpg
Beide Karten sind ein Auszug aus der Basiskarte DORIS interMAP mit Eintragungen von Ing. Johann Lonsing, Summerau Mitte 23, 4261 Rainbach i. M.
Verfasser

Ing. Johann Lonsing,
Summerau Mitte 23, 4261 Rainbach i. M.

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