"The Booms" - eine ehemalige Rainbacher Band

"The Booms" - eine ehemalige Rainbacher Band.

Rainbach hatte im Jahre 1969 fünf Musikgruppen, die eher traditionelle Musik spielten. Oskar Gilg aus Summerau hatte die Idee, eine Band zu gründen, die Beatmusik für die Jugend spielen sollte. Mit dabei waren anfangs im Oktober 1969 der Bandgründer Oskar Gilg (Gitarre), Günter Raffetseder (Melodie- bzw. Rhythmusgitarre), Heinz Weißenböck (Elektroorgel) und Oskar Fleischanderl (Schlagzeug). Schnell war auch ein Name gefunden. Sie nannten sich „The Booms“. Finanzielle Unterstützung bekamen sie von der DSG Union Rainbach. Auch Alois Fleischanderl, der Bruder von Oskar Fleischanderl war der Gruppe wohlgesinnt und stellte ein nettes Zimmer in seinem Haus für die Proben zur Verfügung und versorgte sie auch mit Getränken. Später unterstützte er die Gruppe auch, indem er sie zum Ort des Auftrittes schauffierte, beziehungsweise Plakate, mit denen die Auftritte angekündigt wurden, in verschiedene Orte brachte und dort aufhängte. Hubert Stadler, ein Freund der Gruppe, brachte sich auf Grund seiner beruflichen Kenntnisse als Organisator ein. Er kassierte bei Veranstaltungen, kümmerte sich um die Abrechnung und schaute, dass die AKM-Gebühren eingezahlt wurden. Mit Eifer musizierte man gemeinsam, um dann einmal in der Öffentlichkeit zu spielen. Instrumente kauften die Bandmitglieder aus eigener Tasche. Das Geld für einen Verstärker mit dem Namen „Dynacord Echolette“ und den zugehörigen Boxen kam von allen. Am 27. Dezember 1969 traten sie im Gasthaus Blumauer erstmals auf. Der erste große Erfolg jedoch war aber dann in der Silvesternacht 1969/70 bei einem „vollen Haus“ im Gasthaus Maurerwirt in Rainbach. Mehrere kleinere Auftritte, bei denen sie in der Pause einer anderen Band und im Anschluss an eine andere Musikgruppe vor allem für die Jüngeren spielten, folgten. Spielorte waren auch das Lokal beim Flughafen Freistadt und in einem Gasthaus in Raiden bei Haslach. Ein unvergesslicher Auftritt war am Pfingstsonntag 1970 in St. Martin in Niederösterreich, bei dem sie das Gefühl hatten, tolle Popmusik gemacht zu haben.

Trotz des großen Erfolges ließen die Engagements von Vereinen oder Lokalen auf sich warten. In der Zwischenzeit war auch Hermann Ecker als Bassgitarrist dazugekommen. Dem Bandgründer Oskar Gilg war die Show, die Stimmungsmache bei den Auftritten wichtiger als eine perfekte Musik, was zu Unstimmigkeiten mit einigen Bandmitgliedern führte. Oskar Gilg kam dann immer seltener und schließlich gar nicht mehr zu den Proben. Die übrigen Musiker beschlossen jedoch als Band weiter zu machen.

Auch der „Booms-Fan“ und Beatfanatiker Alois Gstöttenmayr, der Gitarre spielte, wurde aufgenommen. In Vitis in Niederösterreich gab es zu dieser Zeit einen „Diskotempel“. Dort aufzutreten war ihr sehnlichster Wunsch. Hubert Stadler und Alois Fleischanderl knüpften Kontakte. Aus denen wurde leider nichts mehr. Oskar Fleischanderl, Hermann Ecker, Günter Raffetseder, Alois Gstöttenmayr und Hubert Stadler gingen 1971 nach München, um beim Bau des Olympiastadions, zu arbeiten und Geld zu verdienen. Sie kamen meist nur alle 14 Tage heim. Die Lust, in dieser wenigen Freizeit Musik zu machen, war recht gering. Günter Raffetseder begann dann auch ein Studium in Salzburg und war kaum daheim. Der Eifer zum Üben ließ nach. So zerfiel die Band, die nach Meinung von Hubert Stadler das Potential gehabt hätte, recht erfolgreich zu werden.

Aus dem Buch "Vom Lagerhaus bis zur Dorfkapelle", in dem man viele weitere interessante Erzählungen über das Leben damals in unserer Gemeinde findet.
Hier findet man eine Auflistung der Beiträge dieses Buches.

Fotos
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Tagebuch der Band (im Besitz von Günter Raffetseder, Wien)
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Erste Seite aus dem Tagebuch der Band (im Besitz von Günter Raffetseder, Wien)
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von links: Günter Raffetseder, Alois Gstöttenmayr - Bildleihgeber: Alois Gstöttenmayr, Siedlung 13, 4261 Rainbach i. M.
Verfasser

Helmut Knogler (geb. 1949), Labacher Straße 9,
4261 Rainbach i.M.

Info

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