Wasserschierling

Wasserschierling.

Cicuta virosa

Um es gleich vorweg zu nehmen; der Wasserschierling – auch Wüterich genannt – zählt zu den giftigsten Blütenpflanzen. Gott sei Dank ist er bei uns sehr selten. In Österreich habe ich ihn noch nicht gefunden. Die abgebildete Pflanze und der Herbarbeleg stammen aus einem Teich knapp jenseits der Grenze bei Cesky Herslak. Es ist bisher mein einziger Fundort.

Der Wasserschierling wird bis 1,2 m hoch, hat 10 – 20 Dolden mit sehr kleinen weißen Einzelblüten, aus denen sich im Herbst kugelige, etwa 2 mm breite, braune, gerippte Samen entwickeln. Sein Wurzelstock, dem eine besonders starke Giftwirkung nachgesagt wird, besitzt auffallende Luftkammern zur Anpassung an den sauerstoffarmen Schlamm.
Sein Lebensraum sind die feuchten, schlammigen Randbereiche von überdüngten Teichen, Tümpeln, Wassergräben, auch Erlen-Bruchwäldern; er ist aber in seinem Bestand stark gefährdet. Es wäre schade, wenn er vollends ausgerottet würde.

Fatal ist, dass die Knollen des Wasserschierlings im gekochten Zustand einen ähnlichen Geschmack wie die Sellerie- und Petersilienwurzeln haben. Die Gefahr der Verwechslung des Wasserschierlings mit anderen, essbaren Doldengewächsen wie Kerbel, Pastinaken, Sellerie- und Petersilienwurzeln ist zwar gegeben. Die meisten wissen jedoch, dass diese ähnlichen essbaren Pflanzen nie in einem Teich wachsen würden.

Geschichte und Geschichten:
Der Tod kann bereits beim Verzehr geringer Mengen durch Atemlähmung eintreten. Der griech. Philosoph Sokrates (469 – 399 v. Chr.) übrigens wurde hingerichtet, indem man ihn zwang, den „Schierlingsbecher“ zu trinken – ein grauenvoller Tod.

Fotos
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Fotos: H. Kolberger
Verfasser

Redaktion: OSR Hubert Kolberger, Summerauer Str. 29, 4261 Rainbach i. M.