Schöllkraut - Warzenkraut

Schöllkraut - Warzenkraut.

Chelidonium majus

"Chelidonium" ist das griechische Wort für Schwalbe. Der Name wurde wahrscheinlich deshalb gewählt, weil die Pflanze zu blühen beginnt, wenn die Schwalben eintreffen und verblüht, wenn sie wieder nach Süden ziehen.

Das Schöllkraut ist eine sommergrüne, zwei- bis mehrjährige Pflanze mit einer Wuchshöhe von bis zu 70 cm. Die grüngrauen Blätter sind mit einem dünnen, wasserabstoßenden Wachsfilm überzogen. Blütezeit ist von Mai bis Oktober. Die Blüten sind vierzählig und etwa zwei Zentimeter groß, aus ihnen bilden sich etwa 5 cm lange, dünne Früchte mit Samen.

Beim Abbrechen der behaarten Stängel oder beim Einreißen der Blätter tritt ein gelb-orangefarbener Milchsaft aus. Der giftige Saft hat einen scharfen, bitteren und sehr unangenehmen Geschmack.

In der Volksmedizin wird der Saft der Pflanze äußerlich bei Hautkrankheiten wie Warzen verwendet, entweder direkt oder als Salbe.
Der Saft sowie die Salbe können stark reizend wirken. Jedoch, wird der Saft mehrere Tage auf eine Warze aufgetragen, verschwindet diese vollständig, die Färbung geht nach kurzer Zeit durch das Waschen auch aus der Haut. (Anm. Möglichst nur auf die Warze und nicht auf die angrenzende Haut! Der Milchsaft ist leicht
ätzend und kann auf gesunder Haut Reizungen verursachen. Er erzeugt auf Haut und Kleidung gelbe Flecken, die nur schwer zu entfernen sind.). Den Erfolg beschert ein Alkaloid – das Chelidonin, denn es hemmt das Zellwachstum. Diese äußere Heilwirkung ist mehrfach belegt.

Schöllkraut ist in allen Teilen giftig. Das Verschlucken der Pflanzenteile führt in größeren Mengen zu schweren Reizungen des Magen-Darm-Traktes.

Für das Schöllkraut bestehen oder bestanden 56 deutschsprachige Trivialnamen, unter anderem: Affelkraut (Kärnten), Augenkraut, Blutkraut (Schlesien), Geschwulstkraut (Österreich), Gilbkraut, Goldkreokt (Siebenbürgen), Goldwurz, Goldwurzel, Grindwurz (bereits 1482 erwähnt), Herrgottsblatt, Lichtkraut, Maikraut, Nagelkraut, Schälerlkraut (Österreich), Schalerkraut (Linz), Schellkraut, Schellkrokt (Siebenbürgen), Scheltwurz, Schöllkrut (Mecklenburg), Schöllwurz, Groß Schwalbenkraut, Schwindwurz (Zillertal), Warzenkraut (Österreich) und Würzekrot (Siebenbürgen).

Geschichte und Geschichten:
Alchemisten versuchten früher, aus der "stechend gelben" Pflanze Gold zu machen, aber ohne Erfolg.

Text: teils aus Wikipedia

Fotos
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Schöllkraut, bei uns auch als Warzenkraut bekannt
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Beim Abbrechen der behaarten Stängel oder beim Einreißen der Blätter tritt ein gelb-orangefarbener Milchsaft aus. - Fotos: H. Kolberger (23.06.2016)
Verfasser

Redaktion: OSR Hubert Kolberger, Summerauer Str. 29, 4261 Rainbach i. M.