Haselnuss

Haselnuss.

Corylus avellana

Sehr häufig, aber totzdem bemerkenswert.

"Dieser, bis 5 m hohe Strauch fällt vor allem im Vorfrühling durch seine gelben, mehrere cm langen „Würstchen“ auf. Es sind dies die männlichen Blüten, in denen die Pflanze Abermillionen von Pollenkörnern (Durchmesser: ca. 0,025 mm) erzeugt, die vom Wind verblasen werden.

Recht unscheinbar, und daher auch wenig bekannt, sind aber die weiblichen Blüten. Sie befinden an den Spitzen der Zweige und sehen wie normale Knospen aus, nur dass aus der Knospenspitze mehrere fleischrote Fäden herausragen. Es sind dies die „Narben“ der Blüte. Sie sind klebrig, sodass an ihnen Pollenkörner haften bleiben, die die „Blüte“ befruchten. Aus ihr wächst dann während der Sommermonate der „Bock“ mit einer oder mehreren Nussfrüchten.

Haselnüsse sind nährstoffreich: 100 g (davon 64 g Fett, 12 g Eiweiß, 11 g Kohlenhydrate) enthalten ca. 2700 kJ Energie und daher für viele Kleinsäuger (Eichhörnchen, Mäuse) aber auch für Vögel (Kleiber, Spechte, Häher) besonders im Winter eine wichtige Nahrungsquelle.
Diese Tiere tragen auch maßgeblich zur Verbreitung der Haseln bei, indem sie Nüsse verlieren oder indem im Herbst Winterverstecke anlegen, sie aber bisweilen nicht mehr wiederfinden.

Für Imker haben die Haseln als frühe Pollenspender maßgeblichen Einfluss auf die Frühjahrsentwicklung der Bienenvölker." (1)

"Geschichte und Geschichtliches:
Die Haselnuss gilt als die älteste bei uns beheimatete Obstart. Sie war bereits in der Steinzeit ein wichtiges Nahrungsmittel. Dies prägte den Namen „Haselzeit“, der für die entwicklungsgeschichtlich höchste Kulturstufe der Steinzeit steht." (2)

Fotos
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Gelbe, mehrere cm langen „Würstchen“ sind die männlichen Blüten der Haselnuss
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Mehrere fleischrote Fäden ragen aus der Knospenspitze - sie sind die weiblichen Blüten
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Verfasser

(1) OSR Hubert Kolberger, Summerauer Str. 29, 4261 Rainbach i. M.
(2) Quelle: www.nucis.de