Der Rainbacher Dreig’sang - aktiv von 1995 bis 2018

Der Rainbacher Dreig’sang - aktiv von 1995 bis 2018.

Nachdem Traudi und Hubert Tröbinger schon ein gutes Jahr als Duo gesungen hatten und im Radio bzw. auf verschiedenen Tonträgern andere Gesangsgruppen hörten, um sich näher mit dem Volkslied singen vertraut zu machen, wurde der Wunsch, einen Dreigesang zu bilden immer größer. Nach einiger Zeit des Überlegens, wer dafür in Frage kommen könnte, kam von Traudi der Vorschlag, Renate Zeiml zu fragen. Mit ihr hatte sie schon in einem Chor gesungen und kannte sie bereits als gute Sängerin, der es auch gelang, ihre Stimme zu halten – d.h. sie würde sich nicht drausbringen lassen, wenn sie alleine ihre Stimme singen musste. So wurde also, es war im Herbst 1995, eine erste Probe vereinbart und geschaut, wie sich die Sache anhört. Es genügt ja nicht, bloß richtig zu singen – es muss sowohl von der Klangfarbe, sowie auch vom Verständnis, wie man die Lieder singt, eine Harmonie feststellbar sein – das ist ja in Wirklichkeit das Geheimnis einer guten Gesangsgruppe!

Die Ungewissheit, ob das auch funktionieren würde und ob Renate auch einen Zugang zur „echten Volksmusik“ bzw. zum Volkslied haben könnte, war verbunden mit der Angst, wie man im Falle, dass dies nicht so wäre und man ihr dann doch absagen müsste, die große Herausforderung an der ganzen Geschichte. Aber – Gott sei Dank löste sich alles von selbst! Es klang von Anfang an gleich so, als ob die drei schon jahrelang miteinander singen würden. Dass Hubert die Lieder in jeder Tonart mit der Gitarre begleiten konnte, war dabei natürlich praktisch, weil sie sich so immer die für sie geeignetste Tonlage aussuchen konnten. - Was allerdings noch alles auf sie zukommen würde, hätten sie sich nicht im Traum gedacht.

Hubert Tröbinger erzählt: „Nach einigen Proben erfolgte bereits der erste Auftritt. Am 27. Mai 1996 sangen wir bei einer Volksmusikveranstaltung im Gasthaus Neulinger in Liebenau. Noch von großer Nervosität und Unsicherheit begleitet, konnten wir aber schon feststellen, dass wir uns ganz gut schlugen und die Besucher auch sehr angetan waren von unserem Gesang. So ergaben sich in den folgenden Monaten etliche Auftritte in den umliegenden Gemeinden. Bestärkt durch unsere kleinen Erfolge meldeten wir uns zum ORF-Musikantentag, der am Hochberghaus in Grünau im Almtal stattfand an. Am 29. Juni 1997 war es dann soweit. Wir wurden in die dortige Gaststube gebeten und sollten ein paar Lieder vorsingen. Dr. Franz Gumpenberger war als Moderator eingeladen und als solcher bemüht, unsere Nervosität, welche aufgrund der aufgefahrenen Fernsehkameras rapid anstieg, halbwegs in Grenzen zu halten. Ich kann mich gut erinnern, dass mir die Schweißperlen auf der Stirn und sonst noch wo gestanden sind – trotzdem haben wir unsere Lieder ganz schön singen können und einen riesengroßen Applaus geerntet. Mag. Klaus Huber, damaliger Chef der Volkskultur beim ORF-OÖ, war ganz begeistert von dieser neuen, in Volksmusikkreisen noch „völlig unbekannten Gesangsgruppe“ und lud uns darauf hin zu Aufnahmen ins Landesstudio ein, welche wir im Oktober desselben Jahres dann auch gemacht haben. Dies war der Startschuss für eine „Karriere“, die sich keiner von uns auch nur geträumt hätte.

In den insgesamt 23 Jahren unseres Bestehens, können wir auf 852 Auftritte in 4 Ländern (Österreich, Bayern, Tschechien u. Südtirol) zurückblicken. Die meisten davon natürlich in OÖ (678x), aber auch in Bayern (105x), in Tschechien (4x) und in Südtirol (1x). „Außer Kärnten“, haben wir in allen österreichischen Bundesländern gesungen und durften bei unzähligen Begegnungen mit Musikantenfreunden wunderschöne Veranstaltungen mitgestalten und dies als äußerst wertvolle Bereicherung in unserem Leben erfahren.

Besondere Höhepunkte waren natürlich auch dabei:
Klingendes Österreich mit Sepp Forcher (April 1999 / November 2002)
Mei liabste Weis mit Franz Posch (Mai 2017)
Hoagascht mit Bertl Göttl (Juni 2010 / Juli 2012 / Oktober 2013)
ORF – Radiofrühschoppen,
Steirische Sänger – u. Musikantentreffen,
Zipfer Advent,
Verleihung des überregionalen Volkskulturpreises „Pongauer Hahn“ (April 2004)

In Rainbach, unserer Heimatgemeinde hatten wir natürlich die meisten Auftritte, exakt 165 an der Zahl. Jährlich organisierten wir in unserem Stammlokal Gasthaus Maurerwirt, eine Volksmusikveranstaltung, bei der die Kapazitäten des Hauses bis an die Grenzen gefordert wurden. Besucher aus nahezu ganz Österreich und auch aus Bayern kamen zu uns nach Rainbach, um echte Volksmusik zu genießen, die von Gruppen aus dem gesamten alpenländischen Raum geboten wurde. Die meisten Gäste waren jedes Jahr wieder mit dabei und freuten sich nicht nur über das gebotene Programm, sondern auch über die selbstgebastelten Damenspenden von Traudi und Renate. Ein Stamperl zur Begrüßung durfte natürlich auch nie fehlen. - An dieser Stelle möchten wir auch einen herzlichen Dank unseren Wirtsleuten, der Familie Greul aussprechen, die uns immer großzügig unterstützt haben.

Unser reichhaltiges Repertoire erstreckt sich von Liedern durch den Jahreskreis, Tanz – und Liabsliedern, Weihnachts– u. Passionsgesängen bis zu geistlichem Liedgut, das wir bei unzähligen Messgestaltungen einbringen konnten. Vieles davon haben wir auf insgesamt 7 CDs dokumentiert:
Vom Fruajahr zum Winter:
Rainbacher Dreig’sang und Vilsleitnmusi (ohne Titel),
Rainbacher Dreig’sang und Kirchleitnmusi (Umigschaut),
Rainb. Dreig. – Iachtamusi – Dorfstadtmusi – Habstadtmusi (In da Wirtsstubn beim Seppn), Rainb. Dreig. – Vilsleitn – Kirchleitn – Hansbergland Tanzlmusi (Jubiläumsmischung)
Weihnachtlich:
Rainbacher Dreig’sang und Vilsleitnmusi (Wirst mei Liacht umi sei),
Rainb. Dreig. – Kirchleitn Saitenmusi – Laubensteiner Bläser (Wir warten auf das Licht)
Passionszeit:
Rainb. Dreig. – Vilsleitnmusi (Lieder und Weisen zur Passion)

Nachdem ich in den letzten Jahren immer mehr an Sehnenverkürzungen in beiden Händen litt, entschieden wir uns für ein Ende unseres öffentlichen Auftretens. Zwar wird im kleinen Kreis immer wieder ein Fest gestaltet, wie z. B. das Sommerfest oder die Weihnachtsfeier im Seniorenwohnheim St. Elisabeth in Rainbach, aber aus der Volksmusikszene haben wir uns Ende 2018 verabschiedet. Dies geschah mit einer sehr schönen Veranstaltung im Freistädter Salzhof am 18. Oktober 2018. Unter dem Motto: „Wann s’Jahr langsam gar wird“ musizierten Volksmusikgruppen der Landesmusikschule Freistadt für einen guten Zweck. Der Reinerlös wurde an die Lebenshilfe Freistadt gespendet. Die Veranstaltung musste auch noch als Matinee gleich doppelt stattfinden, weil so viele Besucher gekommen waren, um uns, den Rainbacher Dreig’sang, zu verabschieden und sich bei uns (Hubert, Traudi und Renate) mit „standing ovations“ zu bedanken.

Als musikalische Vertreter unserer Heimatgemeinde Rainbach i. M., machten wir diese in ganz Österreich und darüber hinaus bekannt. So sagte Bürgermeister Fritz Stockinger einmal: „Ganz wurscht, wo i hinkimm – als erstes fragn’s mi, ob i da Burgamoasta vom Rainbacher Dreig’sang bin“ – und i sag ganz stolz „Ja“! Diese Aussage freut uns natürlich und wir dürfen uns an dieser Stelle auch bei der Marktgemeinde Rainbach i. M. für die stete Unterstützung bedanken.

Eine besondere Freude bereiteten uns Bürgermeister Fritz Stockinger und Familie Dietmar und Bettina Greul, als sie uns im Mai 2019 ein Überraschungsgeschenk machten. In Absprache mit unseren Kindern wurde ein Fest organisiert, bei dem viele unserer Musikantenfreunde eingeladen waren. Als wir den Saal beim Maurerwirt betraten, stimmten alle Gäste eines unserer Lieder, das „Mailüfterl“ mit maßgeschneidertem Text für uns als Ständchen an. Wir waren vor Emotionen zu Tränen gerührt und brachten kein Wort über die Lippen. Für Speis und Trank sorgten die Wirtsleute und Bürgermeister Stockinger. Ebenso erhielten wir bei diesem Anlass das Ehrenzeichen der Marktgemeinde Rainbach i. M. feierlich überreicht. Eine Karikatur des „Rainbacher Dreig’sang“, angefertigt von Rupert Hörbst hatten Bettina und Dietmar Greul für uns besorgt. Es wurde bis spät in die Nacht gesungen, musiziert, getanzt und gelacht. Ein schöneres Fest hätten wir uns nicht vorstellen können! Wir haben uns darüber sehr gefreut und sagen:„Danke schön!“ (Traudi, Hubert und Renate)

Gemeinde Rainbach
1990-1999
Fotos
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"Rainbacher Dreig´sang" (von links: Renate Zeiml, Traudi und Hubert Tröbinger) - Bildleihgeber: Hubert Tröbinger, Labach 28, 4261 Rainbach i. M.
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Ein Großteil der dargebotenen Musik des "Rainbacher Dreig´sang" wurde auf insgesamt 7 CDs verewigt. - Bildleihgeber: Hubert Tröbinger, Labach 28, 4261 Rainbach im Mühlkreis
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Zum Abschied wurde dem „Rainbacher Dreig’sang“ eine Karikatur, angefertigt von Rupert Hörbst und von Bettina und Dietmar Greul besorgt, überreicht. - Bildleihgeber: Hubert Tröbinger, Labach 28, 4261 Rainbach im Mühlkreis
Verfasser

Kons. Hubert Tröbinger, Labach 28, 4261 Rainbach i. M.

Info

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