Der Koller Teich von Zulissen

Der Koller Teich von Zulissen.

Wenn ich an den „Koller Teich“ denke so zurück,
fällt mir ein, er war sehr seicht, anfangs das erste Stück!

Machte man dann weiter etwa neun, zehn Schritte,
wurde es schon tiefer etwa bis zur Mitte!

Hat man etwas weiter sich hineingewagt,
dort war bereits Schwimmen jedenfalls angesagt!

Damals war ein Bub - er war aus Summerau,
der nahm die ganze Sache wohl nicht so genau!

Er wagte sich zu weit in den Teich hinaus,
dadurch ging er unter und man zog ihn raus!

Es hat dabei sein Körper vor Aufregung gebebt,
doch er hat zum Glück damals überlebt!

Schwimmen konnten wenige schon gar nicht alte Leute,
es gab auch keine Schwimmkurse in Schulen so wie heute!

Ich hatte im Dorf Zulissen Kinder- und Jugendzeit,
da stand in der Landwirtschaft viel Arbeit stets bereit!

Denn auf einem Bauernhof da gab es viel zu tun,
da gab es an den Wochentagen keine Zeit zum Ruh´n!

Nur am Sonntag Nachmittag gab es freie Stunden,
um beim Koller Teich zu ziehen seine Runden!

Und am frühen Abend ein ganz klarer Fall,
wieder schnell nach Hause zur Arbeit dann im Stall!

Die Kinder von den Eisenbahnern und VOESTlern nach Belieben,
sind täglich und auch stundenlang dort beim Teich geblieben!

Sie spielten dabei Federball, hatten immer Spaß,
und konnten dort genießen im Teich das kühle Nass!

Es konnten manche Burschen sich damals präsentieren
mit einem Kofferradio stolz herummarschieren!

Dabei haben die Mädchen das imposant gefunden,
und die stolzen Buben Eindruck dabei geschunden!

Es war der „Koller Teich“ auch „tierisch“ voller Leben,
Ringelnattern, Frösche und Fische hat´s gegeben!

Es gab eine Schule damals in Zulissen,
Lehrer Thomas Lang lehrte dort beflissen!

Ein guter Kartenspieler, sein Hobby war die Jagd,
dazu hat das Fischen dem Thomas Lang behagt!

Er nahm vom Landwirt Koller diesen Teich in Pacht,
hat für die Fische Futter dort hineingebracht!

Dazu nahm er Gedärme, die fielen an beim Schlachten,
und im Teich Gerüche entsetzliche dann machten!

Aber die Aromen waren weg geschwind,
denn dort geht der „böhmische“ der bekannte Wind!

Die Abortanlage: luftig, leicht und locker,
und zwar rein biologisch, eine Art Staudenhocker!

Dadurch war immer Vorsicht beim Gehen angezeigt,
dass man mit den Zehen nicht in was Weiches steigt!

Es gab in der Schule beim Unterricht die Zeit:
Die Knaben Völkerball, die Mädchen Handarbeit!

Da haben sie gehäkelt oder auch gestrickt,
zum Koller Teich die Buben bei Schönwetter geschickt!

Die „Zulisser Riviera“, so wird der Teich empfunden,
wird von den Sommerfrischlern auch ganz leicht gefunden:

Südlich ist der „Steinlus“, man spürt auf Schritt und Tritt,
Gestein in jeder Menge natürlich aus Granit!

Die Grenze macht die „Pirau“ und zwar Richtung Osten,
in diesem Wald gibt´s Pilze und Beeren zu verkosten!

Man muss auch gegen Westen eine Grenze haben,
wird „Kreuzwinkl“ genannt, Richtung Süßengraben!

Im Norden steht die Schule, ein paar hundert Meter,
wurde aufgelassen und war ein Gasthaus später!

Das nur ein grober Rückblick. Es ginge wohl genauer,
aus der Perspektive von Alois Duschlbauer.

Zulissen
1960-1969
Fotos
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Koller-Teich in Zulissen - Fotoleihgeber: Ernst Goldmann, St. Peter 97, 4240 Freistadt
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Bildleihgeber: Gottfried Pötscher (Fotograf: OSR Leopold Pötscher+), Birkengasse 5, 4261 Rainbach i. M.
Verfasser

DI Alois Duschlbauer (gebürtiger Zulisser)
Dichterstraße 6, 4622 Eggendorf

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