Als Labach ans Stromnetz angeschlossen wurde

Als Labach ans Stromnetz angeschlossen wurde.

Im Jahre 1949 meinten einige Ortsbewohner, dass es nun auch an der Zeit wäre, die Ortschaft Labach an das Stromnetz der ESG anzuschließen. Zuerst wurde dafür eine Gemeinschaft gegründet und ein Obmann gewählt, nämlich Leopold Birngruber. Nun stand nichts mehr dem Vorhaben im Wege. Doch als von der ESG die Kostenvoranschläge kamen, glaubte so mancher, er müsste zu viel zahlen. Einige Hausbesitzer meinten, die ESG müsste kostenlos bis zur Ortschaft die Leitung errichten. Durch diese Vorbehalte kam es zu einer Verzögerung. Es wurde nochmals verhandelt, aber ohne Erfolg. Es gab im damaligen Ortswirtshaus Gruber (jetzt kein Gasthaus mehr, sondern nur das Wohnhaus Affenzeller) heftige Debatten und zum Schluss doch noch eine Einigung. Die Anschlussgebühr der Landwirte wurde nach dem Grundbesitz (pro ha) gestaffelt berechnet, die anderen sollten eine Pauschale zahlen.

Nun ging die Arbeit los. Eine Gruppe von Männern wurde zum Graben der Löcher für die Strommasten eingeteilt. Zirka 80 cm tief musste die Grube für die einfachen Masten, jedoch etwas tiefer für die A-Masten sein. Als alle Löcher gegraben waren, wurden unter Anleitung eines Arbeiters der ESG die Masten aufgestellt. Die Besitzer eines Waldes mussten mehrere Masten kostenlos zur Verfügung stellen. Bis alle standen, gab es noch so manche Debatte. Der nächste Schritt war das Anbringen der Drähte. Dies gestaltete sich nicht so einfach, da es bereits November (1950) war und schon viel Schnee lag. Die großen Rollen mit dem Draht wurden auf ein Gestell mit Rädern gebracht, das vorne von einem Ochsen gezogen wurde. So rollte der Draht ab. Mit speziellen Klettereisen kletterten die Arbeiter auf die Masten und zogen mittels Seil die darunterliegenden vier Drähte hoch und befestigten sie an den vorher angebrachten Isolatoren. Das war eine sehr anstrengende Arbeit. Der Transformator wurde in St. Peter gebaut, um auch St. Peter und Sonnberg ans Stromnetz anschließen zu können. Die Installationen in den Häusern waren schon etwas früher erfolgt. Die Firma Bräutigam aus Linz und die Firma Rienagl machten das in vorbildlicher Weise. Auch ESG-Arbeiter (Stoffner, Masarsch u. Schneider) aus Linz waren beteiligt.

Zu Weihnachten 1950 waren alle Arbeiten abgeschlossen. Am 24. Dezember (Hl. Abend) wurde in den Ortschaften Labach, Sonnberg und St. Peter der Strom eingeschaltet. Es war ein herrlicher Weihnachtsabend. Im Jänner 1951 wurde eine kleine Feier, die man Lichtfeier nannte, veranstaltet. Es waren alle Bewohner der drei Ortschaften dabei. Jeder Besitzer der angschlossenen Häuser brachte etwas Jause mit und spendeten einen kleinen Geldbetrag, damit die Firmenarbeiter und einige Herren aus Linz auch kostenlos mitfeiern konnten.

Nach Aufzeichnungen von Alois Birklbauer aus Labach 12 aus dem Jahre 1985 leicht textlich bearbeitet von Helmut Knogler, 4261 Rainbach i. M., Labacher Straße 9

Labach
1950
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