Alois Stöglehner und seine Frau Sieglinde gestorben

Alois Stöglehner und seine Frau Sieglinde gestorben.

Östlich der seinerzeitigen Bruckmühle gab es in Rainbach von 1978 bis 2009 die „Fischerstube“, idyllisch gelegen im Tal der Feldaist neben dem ehemaligen Wehrbach und einem Fischteich. Die Gäste schätzten hier das vorzügliche Essen, aber auch die behagliche, familiäre Atmosphäre. Es gab hier Karpfen, Zander, aber vor allem die wunderbar schmeckenden Forellen aus eigener Zucht, die köstlich zubereitet wurden. Daneben bot man jedoch auch jede Menge anderer Gerichte für diejenigen, die weniger für Fisch schwärmten.

Alois Stöglehner, dessen Elternhaus die Bruckmühle war, hatte als begeisterter Fischer den Wehrbach zur Fischzucht adaptiert. Auf der Bachwiese neben der Feldaist hatte er noch einen größeren Teich. In den 1970er Jahren war es jedoch für ihn nicht leicht, die dort gezüchteten Fische an den Mann zu bringen, da zu dieser Zeit nur wenige Leute Fisch aßen. Ein paar Gastwirte in der Umgebung mit gehobener Gastronomie gab es, die Fische auf ihrem Speiseplan anboten und ihm deshalb einige abkauften. Die Abnahmemengen waren jedoch klein und der erzielte finanzielle Ertrag eher gering. Darum beschlossen er und seine Frau Sieglinde, ein ganz kleines Lokal zu bauen, in dem sie in den Sommermonaten Fischgerichte servieren konnten. Dieses ging dann 1978 in Betrieb.

In einer kleinen Küche wurde gekocht. Das Gastzimmer hatte eine kleine Schank, einen größeren runden Tisch und zwei weitere Tische. Sieglinde, die vorher die Gewerbeberechtigungsprüfung gemacht hatte, entpuppte sich als Spitzenköchin, was sich rasch herumsprach, und folglich mehr Gäste kamen. Darum wurde bereits 1980 das Lokal vergrößert, indem sie den bis dahin als Terrasse genutzten Teil zumauerten, sodass dadurch ein Anbau mit 25 weiteren gemütlichen Sitzplätzen entstand. In den ersten fünf Jahren gab es nur einen Sommerbetrieb von April bis Ende Oktober.

Weil der Platz für den Gästeansturm noch immer zu wenig war, wurde der dem Haus zugewandte Teil des großen Fischteiches zugeschüttet und dort 1988 wieder eine Terrasse mit Markise errichtet. Diese wurde 1988 zu einem beheizten Wintergarten umgebaut, um auch an kühleren Tagen eine gemütliche Atmosphäre bieten zu können. Somit konnten nun fast neunzig Gäste in der Gaststube und im Wintergarten, und an schönen Tagen nochmal dreißig auf der Terrasse mit köstlichen Spezialitäten versorgt
werden.

Sieglinde Stöglehners fast ausschließliches Wirken war ihre Arbeit und Präsenz in der kleinen Küche, in der sie es immer wieder schaffte, die große Anzahl von Gästen mit vorzüglichen Gerichten zu verwöhnen. Ab dem zweiten Betriebsjahr unterstützte sie dabei zeitweise eine zweite Person. Die Bedienung der Gäste übernahmen Gastgewerbelehrlinge, PratikantenInnen, oft auch ihre Töchter und ihr Gatte Alois. Dessen Interesse und Hauptbeitrag war aber die eigene Fischzucht im Wehrbach der ehemaligen Bruckmühle und in zwei kleineren und dem größeren Teich vor dem Lokal, um beste Qualität garantieren zu können. Im Kellerbereich gab es Betonbecken, durch die das frische Wasser des Wehrbaches geleitet wurde und in welche die Fische gegeben wurden, die dann verkocht wurden.

Da keine der drei Töchter das Lokal übernehmen wollte, schlossen Sieglinde und Alois Stöglehner Ende Oktober 2009 schweren Herzens nach 31 Jahren den Gasthausbetrieb.

Fotos
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Verfasser

Verfasst von Helmut Knogler, Labacher Straße 9, 4261 Rainbach i. M. nach einem Gespräch mit dem Gastwirtsehepaar Sieglinde und Alois Stöglehner im Juli 2015

Info

Neuigkeiten und Informationen, großteils über heimatgeschichtliche Aktivitäten in der Gemeinde Rainbach i. M..