Interessanter Lesestoff illustriert mit Fotos
  Seit 16. November 2015
  am Marktgemeindeamt erhältlich!
 

Für die Älteren
zum Zurückerinnern,

für die Jüngeren
eine Information

über die jüngste 
Geschichte der 
Gemeinde Rainbach


Dies ist ein Nachfolgeband des Buches „Von der Dorfmauer bis zur Fensterlucka“, das der Arbeitskreis „Rainbacher Zeitgeschichte“ 1995 herausbrachte. Beide Bände sind eine Aufarbeitung der jüngeren Geschichte der Gemeinde und Pfarre Rainbach i. M. aus der Sicht von RainbacherInnen. Es sind dies meist persönliche Erinnerungen der SchreiberInnen oder der InterviewpartnerInnen, wodurch es sicherlich manchmal zu einer subjektiven Darstellung kommt. Trotzdem bekommen Sie als Leser ein Bild der Vergangenheit, das Erinnerungen wachruft bzw. Ihnen zu einem besseren Verständnis der damaligen Lebenssituation verhelfen soll.

Darüber erfährt man in diesem Buch etwas:


Summerauer Gleisdreieck, Mühsamer händischer Straßenbau, Reichsarbeitsdienstlager in Rainbach, Volksschulneubau, Kloster, Asyl und Altersheim in Rainbach, Rainbach erstes Schul-, später Mesnerhaus, Brotverkaufsstelle der Bäckerei Pirklbauer, Briefträger und Postamt im Wandel, Zulisser Schule, Umdasch-Geschäft, Kühlhäuser statt Kühltruhen, Traxler-Haus, Gendarmerieposten Rainbach, Geschäft und Gasthaus Matthias, Mäser Bekleidungserzeugung, Kaufgeschäft Röbl, Wäschepflegemuseum, Fleischhauerei Haider, Fischerstube, Dorfschmied von Kerschbaum, Weichensteller in Summerau, Berger Tischlerei, Tischlerei Kindermann, Bankbediensteter - Vom Ehrenamt zum Beruf, OSR Pötscher, Hans Stumbauer - Kunsterzieher und Maler, Franz Teschitel - Dentist und innovativer Sportler, Das erste regelmäßige Informationsblatt, Warum es in Summerau einen Tennisplatz gibt, Radfahrverein Rainbach, Kerschbaumer Blasmusik, Pinguin-Band, Summerauer Buam, Grenzlandbuam; The Rabbits, Primiz - seinerzeit ein Großereignis, Die Rainbacher Kirchenorgeln, Unser Kriegerdenkmal im Wandel der Zeit, Dorfglocken von Summerau, Kerschbaumer Dorfglocken

Buchvorstellung im Freien Radio Freistadt zum Nachhören
> Anhören oder herunterladen der Sendung <

Von drei der vielen Beiträge des 104 Seiten starken Buches können Sie hier den ersten Teil lesen und vielleicht schon bald im erworbenen Buch fertig lesen.

Kaufgeschäft Röbl in Rainbach:
Karl Röbl war nach der Volksschulzeit zu seinem Onkel Leopold Blumauer sen. in Rainbach gekommen, weil dessen Frau keine Kinder gebären konnte. Er sollte dann als Erwachsener das Gasthaus und die Gewerbeberechtigungen erben. Als diese Frau starb, heiratete Leopold Blumauer nochmals und bekam den Sohn Leopold, der nun der Erbe war. Karl Röbl erhielt nun großzügiger Weise als Abfindung die Berechtigungen zum Flaschenbierhandel (Bier von der Linzer Brauerei) und zum Getreidehandel. Im Jahr 1932 heiratete Karl Röbl und zog mit seiner Frau in Untermiete in das Bauernhaus Miroschnitschenko, das früher dort stand, wo heute das Haus Summerauer Str. 13 steht. Hier begann er mit dem Flaschenbier- u. Getreidehandel. Er reparierte nebenbei in einem kleinen Schuppen Fahrräder und fing auch mit dem Kohlenhandel an. Gegenüber dem heutigen Kindergarten kaufte das Ehepaar Röbl den Ortschaftsgrund und baute 1939 ein Haus. Einen Geschäftsraum mit ungefähr 80 qm errichteten sie im Erdgeschoss. Hier fingen sie auch mit dem Lebensmittelhandel an. …............

Kühlhäuser statt Kühltruhen:
„Da es vor 1950 in den ländlichen Haushalten kaum ein Kühlgerät gab, bzw. diese sehr teuer waren, wurden von Mai bis Oktober wegen der warmen Jahreszeit keine Haus-schlachtungen gemacht. Wenn dann ab und zu bei einem Bauern eine Notschlachtung zu machen war, musste das Fleisch sehr rasch aufgearbeitet werden, was sich positiv auf die Qualität des Fleisches auswirkte.“ (1) Deshalb kauften Mitte der 1950er Jahre mehrere Orts-bewohner, hauptsächlich Bauern, miteinander eine Gemeinschaftsgefrieranlage, die billiger war, da nur ein Aggregat die Kälte für die gesamte Anlage erzeugte. In den Orten Sum-merau und Rainbach West war das ein Gefriertruhenblock mit mehreren Abteilen. Diese waren wie bei heutigen Gefriertruhen oben mit einem aufklappbaren Deckel verschlossen. „In Summerau war diese Kühlanlage im „Schneiderbauer-Stöckl“, das östlich neben dem ehemaligen Kapl-Gasthaus stand. Die Gemeinschaftskühlanlage war wahrscheinlich dort, weil der erste Obmann der Schneiderbauer, Herr Glasner, war. Man erreichte sie auf einem schmalen Weg zwischen dem ehem. Schigl-Gasthaus und dem Schneiderbauer-Stöckl. ….......

Die Zulisser Schule:
Die Zulisser Kinder gingen ab Mai 1919 nicht mehr wie bis zu diesem Zeitpunkt üblich in Oberhaid zur Schule, weil nach dem 1. Weltkrieg Tschechien ein eigener Staat wurde und Oberhaid eben nun im Ausland war. Weil die Eltern den Kindern den weiten Schulweg nach Rainbach nicht zumuten wollten, fand zuerst im Haus Haider, Zulissen Nr.1 der Unterricht statt, bis dann im neu errichteten Schulgebäude ab 3. Mai 1926 gelernt werden konnte. Thomas Lang war der Lehrer, der die längste Zeit an dieser Kleinschule unterrichtete, nämlich von 1949 bis 1962. Ernst Duschlbauer, pensionierter Direktor des Gymnasiums Freistadt, verfasste einige interessante Erinnerungen an die unkonventionellen Unterrichtsmethoden dieses Lehrers, die lebensnah waren und den Schülern auch Wissen vermittelten, dass sie ohne Probleme eine weiterführende Schule besuchen konnten: „Ich war von 1954 bis 1958 in der Volksschule in Zulissen. Für mich war es, jetzt zurückschauend, eine recht schöne Zeit – ich habe viel gelernt und wurde in dieser Schule auf mein weiteres Leben gut vorbereitet. Ein Grund dafür, so glaube ich, war auch unser damaliger Lehrer Thomas Lang, der uns viele Freiheiten ließ und der uns individuell gefördert hat und die Geschichten, die ich erzählen will, beleuchten das sehr gut: Jeder Schüler durfte im Schulgarten sein eigenes Beet betreuen und für diese Arbeit wurde auch Unterrichtszeit hergenommen. Natürlich hatten wir dabei ziemlich schmutzige Hände. Eines Tages kam die Frau Lehrerin (die Gattin von Thomas Lang) in den Garten und sagte: „Ich glaube der Schulinspektor kommt“. Wir konnten ihn auch schon sehen, er ging gerade an der Piringer Steinmauer vorbei (ca. 100 m vor der Schule). Also nichts wie hinein in die Klasse, Hefte heraus und aufmerksam nach vorne geschaut. Der Schulinspektor, Herr Grabmair, kam gleich danach herein und ging durch die Reihen, schaute bei manchen von uns ein Heft an, dann ging er herum und schaute nur mehr auf unsere Hände. Wir hatten sie nicht gewaschen, sondern nur an den Hosen bzw. den Schürzen abgewischt. Einige von uns haben dann, wenn er gerade nicht hergeschaut hat, die Hände „nachpoliert“, aber es gelang nicht ganz, ein wenig Gartendreck blieb immer hängen. Dann stellte sich der Schulinspektor vorne hin und wies uns eindringlich auf die Wichtigkeit von sauberen Händen hin. Nachdem der Schulinspektor wieder gegangen war, wuschen wir alle unsere Hände, Thomas Lang schaute uns mit einem Schmunzeln zu und sagte nichts. ….......